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Bernd Wagner
Schornsteinfegermeister
  Gebäude-Energieberater (HWK)

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Wie gut ist meine Heizung? Ein neues Heizungslabel gibt Auskunft

29.01.2017


Jetzt wird's bunt in deutschen Heizungskellern: Ab 2017 erhalten ältere Öl- und Gasheizkessel ein Energieeffizienzlabel vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger.

Für die Einstufung des Kessels ist kein Extratermin notwendig. Im Anschluss an die Feuerstättenschau ermittelt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Energieeffizienzklasse des Kessels und klebt ein entsprechendes Label auf, falls dies nicht bereits vorhanden ist. Einstufung und Labeling sind für die Eigentümer kostenfrei.

Der Schornsteinfeger beginnt mit den ältesten Kesseln: Bei der nächsten Feuerstättenschau sind Öl- und Gasheizkessel mit Baujahr bis Dezember 1994 an der Reihe. Es folgen schrittweise die Baujahre bis Dezember 2008 und danach alle Kessel, die mindestens 15 Jahre alt sind. Ein Beispiel: Ein Kessel mit Baujahr 1988 wird bei der nächsten Feuerstättenschau gelabelt, ein Kessel mit Baujahr 2004 erst bei der übernächsten. Die Feuerstättenschau findet alle 3 bis 4 Jahre statt.

Wie das bekannte EU-Energielabel für Waschmaschinen, Kühlschränke oder Glühlampen zeigt das Heizungslabel neben einer Farbskala die Effizienzklasse an, hier im Bereich von A++ bis E. Der angegebene Wert erlaubt Rückschlüsse auf die Wärmeverluste und damit auf den Energieverbrauch der Heizung. Viele ältere Kessel werden wahrscheinlich nur ein C oder D, also im Ergebnis ein "ineffizient" erreichen. Das liegt am geringeren Wirkungsgrad alter Heizungen. Gemessen am aktuellen Stand der Technik muss deutlich mehr Energie zugeführt werden als am Ende als Nutzwärme herauskommt.

Wie viel spart ein neuer Kessel?

Ein Hausbesitzer kann ungefähr 400 Euro im Jahr bei der Heizkostenabrechnung sparen, wenn er einen Gasheizkessel der Effizienzklasse D gegen ein Gerät der Klasse A austauscht, rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in seiner Informationsbroschüre. Der Staat fördert den Kesseltausch z. B. mit Zuschüssen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und zinsgünstigen Krediten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Je nach Umfang und Art der Sanierung stehen weitere Fördermitteltöpfe bereit. Viele Schornsteinfegerbetriebe bieten eine entsprechende Beratung an und helfen bei der Antragsbearbeitung.

Mein Kessel tut‘s doch noch

 Vor allem Standardkessel aus den 70er und 80er Jahr
en weisen hohe Energieverluste auf. Sie halten zwar die gesetzlich geforderten Sicherheits- und Umweltstandards ein, arbeiten allerdings
im Vergleich zu moderner Heiztechnik weniger effizient. Problematisch bei Standardkesseln ist ihr hoher Energieverbrauch im „Stand-by“-Modus. Unabhängig von der Außentemperatur müssen sie durchgängig hohe Kesseltemperaturen erzeugen, um Materialkorrosion zu vermeiden. Der Kessel läuft dauerhaft auf Hochtouren, selbst wenn es draußen mild ist. Außerdem gibt er Wärme an den Aufstellraum ab, heizt also den Heizungskeller gleich mit. Dank niedrigerer Vorlauf- und Betriebstemperaturen heizen Niedertemperaturkessel bereits sparsamer,lassen aber immer  noch zu viel Wärme durch den Schornstein entweichen. Besser schneiden Brennwertkessel ab. Sie gewinnen über Kondensation Wärme aus dem Abgas und führen sie dem Heizsystem zu. Auf diese Weise erreichen Brennwertgeräte einen höheren Effizienzgrad.

Quelle: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks